Marie-Luise Hinrichs - Klavier  
 
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Hildegard von Bingen Vocation

Anton Eberl
Piano Sonata op. 27
Variations

Marie-Luise Hinrichs, Klavier
cpo 777 605-2

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Klassik heute 2/14:

"Eberls reife Werke demonstrieren eindrücklich, warum ihm zu Lebzeiten ein so hoher Rang zugesprochen wurde. Zu seinem Spätwerk gehört die Grande Sonate g-Moll op. 27, kurz vor Beethovens Waldstein-Sonate gedruckt, und ihre hohe Qualität läßt die Vergleiche mit Beethoven, die Zeitgenossen anstellten, durchaus nicht als völlig utopisch erscheinen. Das liegt bei dieser Aufnahme aber auch an der hochintelligenten und sinnlichen Vorstellung durch Marie-Luise Hinrichs, die das Werk spielt, als ob es – wie Beethovens Sonaten – eine lange Interpretationsgeschichte hinter sich hätte. Einerseits poliert sie alle ästhetischen Reize des Werkes auf, die darin verborgen sind, etwa das leuchtende Oktavenspiel der rechten Hand, die grazile Wiener Melodik, die ambitionierten, stufenreichen Durchführungen; andererseits behält sie eine gewisse kontrollierte Strenge bei, die dazu führt, dass jeder Satz einen äußerst geschlossenen, einheitlichen, wenngleich auch gestaltenreichen Eindruck zurück läßt. Das gilt auch für die beiden Variationszyklen, an denen Hinrichs Anschlagsreichtum, besonders übrigens ihr wundervoll perlendes Nonlegato, erfreut. Die präzise technische Abbildung dieser bereits 2009 und 2010 entstandenen Aufnahmen unterstützt Hinrichs Auftritt in jeder Beziehung.

Es tut der Musik gut, dass Marie-Luise Hinrichs auch einmal entschlossen Entwicklungen zusammenfaßt und damit geschickt dem Eindruck gegensteuert, Eberl würde auch zweitrangiges Material oder eine vielleicht etwas zu ausführliche Ausspinnung zulassen. Beispiele dafür sind etwa die in die Hochromantik vorausweisenden, leidenschaftlichen Modulationswellen der Durchführung des Kopfsatzes der Grand Sonate „Allegro appassionato e vivace assai“, die nie ausufern, oder das schöne Nonlegato und die kontrollierte Melodieführung im langsamen Satz „Andante con expressione“, welches bei aller Lyrizität auch unterschwellig hören läßt, welch freier Geist Eberl war. Diese Werke Eberls gehören tatsächlich zu jenen Entdeckungen, denen man ein Nachleben im Konzertsaal nur wünschen kann. ."

 

 



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